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Ein Traum wird
wahr
Alles begann mit einer einfachen und zugleich kaum umsetzbaren
Idee; einen Wanderweg zu bauen, der den ältesten und schönsten
See der Erde umrundet, „die Perle Sibiriens“, das größte
Süßwasserreservoir der Welt: den Baikalsee. Einen Weg von über
2100 km Länge, der die sieben Nationalparks und Naturreservate
verbindet und einen leichten Zugang zu den atemberaubenden
Naturschauspielen und Aussichtspunkten des Baikals ermöglicht.
Länger als 30 Jahre blieb diese Idee ein Traum, abgestempelt als
unausführbar, zu ambitioniert und einfach verrückt. Schließlich
wurde sie aber 2002 von einer Gruppe enthusiastischer
Umweltschützer der Region aufgegriffen, die seitdem – zusammen
mit Hunderten von Freiwilligen – begonnen haben, diesen
„unmöglichen“ Traum in die Realität umzusetzen. Sie bauen am
Great Baikal Trail – dem Großen Baikalweg.
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Ziele:
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Tätigkeitsbereiche:
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Entwicklung des Ökotourismus in der Baikalregion
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Umweltschutz
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Förderung der internationalen Zusammenarbeit
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Verstärkung des Umweltbewusstseins der Bevölkerung
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Verbreitung der Idee eines gesunden Lebensstils
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Aufbau
einer verantwortungsbewussten Gesellschaft
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Aufbau eines ökologischen Wanderwegenetzes in der
Baikalregion
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Entwicklung einer neuen Art der Feriengestaltung: in
Freiwilligencamps
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Organisation von internationalen Austausch- und
Bildungsprogrammen
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Jugendarbeit: Erziehung zu sozialer und ökologischer
Verantwortung
-
Aufbau eines Systems der Zusammenarbeit von
gesellschaftlichen Organisationen, staatlichen
Strukturen, Unternehmen und der lokalen Bevölkerung
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Angebot von Wissenschafts- und Bildungsprogrammen,
Konferenzen, „runden Tischen“, Seminaren und
Schülerkursen
-
Durchführung von ökologischen Ausflügen, Wanderungen
und Expeditionen
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Die Arbeit von GBTs:
GBT ist
eine interregionale non-profit Organisation, die es sich zur
Aufgabe gemacht hat, eine nachhaltige Entwicklung des Baikalsees
und der ihn umgebenden Region durch einen schonenden
Ökotourismus zu fördern, indem sie umweltfreundliche, sichere
Wanderwege bauen, an denen Wanderer jedes Alters und
Erfahrungsschatzes ihre Freude haben können. GBT organisiert
dafür im Sommer zweiwöchige Workcamps rund um den Baikalsee, in
denen ausländische und russische Freiwillige zusammen am Weg
arbeiten. Daneben spielen in den Projekten ökologische Bildung,
Erziehung zur sozialen Verantwortung und Führungsfähigkeit, die
Verbesserung der Gesundheit und des Wohlbefindens der
Einheimischen, der Schutz der Urbevölkerung, ihrer Kultur und
ihrer Traditionen sowie die Förderung interkulturellen
Austausches eine wichtige Rolle.
GBT baut
nicht nur den ersten Wanderweg in Russland, der internationalen
Wegebaustandarts entspricht, sondern entwickelt durch dieses
Wegnetzwerk eine Infrastruktur, die die nachhaltige Entwicklung
der gesamten Baikalregion fördert. Durch die Unterstützung des
ökologischem Tourismus schafft GBT neue ökonomische Anreize für
die lokale Bevölkerung, ihre Umwelt zu schützen und bietet somit
eine Alternative zur industriellen Entwicklung der Region. Diese
ist unbedingt notwendig, um einerseits zu verhindern, dass das
einzigartige Ökosystem des Sees weiterhin oder gar verstärkt
durch Zellulosekraftwerke, Ölpipelines oder andere
Industriebetriebe mit ihren Abwässern verschmutzt oder sogar
zerstört wird und mit ihm auch seine zoologische und botanische
Vielfalt (rund 2600 verschiedene Tier- und Pflanzenarten, von
denen mehr als zwei Drittel als endemisch gelten, also nur dort
vorkommen) und das größte Süßwasserreservoir der Welt (stellt
rund 20% aller Trinkwasserreserven dar). Andererseits bietet
diese alternative Entwicklung der Region trotzdem Möglichkeiten
den Lebensstandard rund um den Baikal zu erhöhen, in einer
Region, in der eine hohe Arbeitslosigkeit herrscht und die als
eine der ökonomisch schwächsten Gebiete Russlands gilt. Hier
schafft GBT neue Arbeitsplätze und ermöglicht ökologisch
bewusste Erwerbsinitiativen, indem er eine regelmäßig steigende
Zahl ökologisch bewusster Touristen sichert und die Dörfer rund
um den Baikal in ihren Bemühungen unterstützt, private
Übernachtungsmöglichkeiten, wie z.B. bed-and-breakfast-Hostels,
aufzubauen. Des weiteren können Jugendliche und Erwachsene der
Region als Gruppenleiter oder Übersetzer in den Workcamps von
GBT arbeiten.
Ein
weiterer wichtiger Aspekt der Arbeit von GBT ist die Bemühung,
das Bewusstsein über den Wert von unverschmutzter Natur in der
einheimischen Bevölkerung zu erhöhen. Die GBT-Projekte haben
eine Art des Tourismus eingeführt, der im Westen gut etabliert,
in Russland allerdings so gut wie unbekannt ist – Urlaub als
Freiwilliger. Die Idee, dass Russen und Ausländer zum Baikal
kommen, um dort umsonst zu arbeiten, ihre Zeit und ihr Geld in
den Schutz des Sees investieren und zwei Wochen ihrer Ferien
damit verbringen, mitten in Sibirien einen Wanderweg zu bauen,
ist absolut unvorstellbar für die lokale Bevölkerung. Nachdem
sie aber die erste Überraschung und den spontanen Unglauben
überwunden hat, entsteht so die Möglichkeit aus einem neuen
Blickwinkel die Schönheit des Baikalsees wahrzunehmen – und sie
zu respektieren.
Neben den
Workcamps trägt GBT mit seinem Jugendclub, der sich einmal
wöchentlich im Irkutsker Büro trifft, zum Aufbau einer
verantwortungsbewussten Gesellschaft bei. Der Club ist nicht nur
Treffpunkt für engagierte Jugendliche, die in ihrer Region aktiv
etwas verändern wollen, sondern auch Ort, um eigene Projekte zu
initiieren, zu erarbeiten und durchzuführen. Dazu gehören z.B.
Projekte zur Verschönerung der Stadtparks, Kurse über
Heimatkunde, ökologischen Tourismus oder Englisch für städtische
Schulkinder sowie der Besuch von Dorfschulen am Baikal, für den
die Jugendlichen interaktiven Unterricht zu Themen wie der
Geschichte und dem Ökosystem des Baikals vorbereiten. Daneben
nehmen die Jugendlichen an Konferenzen und Ausstellungen teil,
vertreten dort die Ziele und verbreiten die Ideen von GBT. Im
Rahmen des Clubs findet außerdem die Ausbildung zu
Gruppenleitern und Übersetzern der Workcamps statt.
Schließlich unterstützt GBT die Jugendlichen bei der
Durchführung von Auslandaufenthalten, indem die aktivsten
Mitglieder des Clubs die Möglichkeit zu einem Praktikum in den
Partnerorganisationen erhalten und Hilfe bei den Bewerbungen für
andere Austausch- und Bildungsprogramme geleistet wird. Somit
trägt GBT einen Teil zum Wachsen einer engagierten und offenen
Zivilgesellschaft bei. Unter anderem um das Angebot an
Austauschmöglichkeiten zu erhöhen – also sowohl Ausländern zu
ermöglichen nach Russland zu kommen, als auch den russischen
Studenten einen Auslandaufenthalt – legt GBT großen Wert darauf
internationale Kontakte zu knüpfen, weiterzuentwickeln und hat
jederzeit großes Interesse daran neue Partnerschaften zu
gründen.
Darüber
hinaus ist die Entwicklung einer besseren Zusammenarbeit und die
Vernetzung zwischen gesellschaftlichen Organisationen,
staatlichen Strukturen, Unternehmen und der lokalen Bevölkerung
ein wichtiger Bestandteil der Arbeit von GBT.
Ergebnisse:
In den
letzten vier Sommern haben hunderte von Freiwilligen hunderte
von Stunden in den Bau von sicheren, gut erkennbaren,
ausgeschilderten, und kontrollierbaren, erholsamen Wanderwegen
investiert.
|
Jahr |
Zahl
der Projekte |
Zahl
der Freiwilligen insgesamt |
Ausländer |
Russen |
Lokale
Be-völkerung |
Kilometer gebauten Weges |
|
2003 |
6 |
136 |
49 |
87 |
- |
70 |
|
2004 |
14 |
345 |
120 |
174 |
51 |
145 |
|
2005 |
28 |
604 |
163 |
336 |
105 |
170 |
|
2006 |
22 |
402 |
125 |
197 |
80 |
90 |
| 2007 |
24 |
832 |
185 |
647 |
|
65 |
|
Insgesamt |
94 |
2319 |
642 |
1441 |
236 |
540 |
Diese
Ziffern sind mehr als bloß Kilometer gebauten Weges oder Stunden
investierter Zeit. Es gibt Dinge, die man in statistischen
Tabellen nicht sehen oder addieren kann, wie der tägliche
Enthusiasmus, das Lachen, die Zufriedenheit über einen fertig
gestellten Abschnitt des Weges oder den Geschmack des leckeren
Mahls am Ende eines harten Arbeitstages. Ganz zu schweigen von
der Freude, wenn man beim Verlassen des Zeltes die ersten
Sonnenstrahlen auf den glitzernden Bergspitzen erhascht, die mit
so exotischen Namen wie Chamar-Daban oder Bargusin bedacht sind;
den Unterhaltungen, den Witzen, die man geteilt und der
Freundschaft, die man mit Menschen erlebt hat, die Deine Sprache
nicht sprechen; dem Austüfteln, wie man für fünfzehn hungrige
Wegbauarbeiter Essen in einem Kochtopf zubereitet, der über dem
offenen Lagerfeuer hängt und schließlich, wieder zu Hause,
realisiert man, dass man sich keine besseren Ferien vorstellen
kann.
GBT ist es
gelungen, sich eine breite Unterstützung unter der einheimischen
Bevölkerung, in den lokalen und regionalen Regierungsstrukturen,
inklusive der Verwaltung der Nationalparks und Wildreservate,
von internationalen non-profit Organisationen und der
Tourismusindustrie zu erarbeiten. In Deutschland arbeitet GBT
mit Baikalplan, Dresden, zusammen, der die Organisation dabei
unterstützt deutschsprachige Freiwillige, von denen nicht genug
kommen können, für die GBT-Projekte zu begeistern. Eine weitere
wichtige Partnerschaft, 2004 von GBT und dem Rotary Club Alaska
ins Leben gerufen, besteht mit Rotary International, die die
Schirmherrschaft für einen Abschnitt von 100 km des Weges
übernommen haben. Auch auf Bildungsebene hat GBT
Partnerschaftsprojekte entwickelt, wie mit dem Tahoe-Baikal
Institut und Earthcorps, die den Beteiligten Austausch,
Weiterbildung und Horizonterweiterung ermöglicht. Doch das
Interesse an internationaler Zusammenarbeit und weiteren
Partnern ist noch lange nicht ausgeschöpft, so dass wir uns
freuen, wenn weitere Organisationen und Gruppen mit Ideen für
eine neue Zusammenarbeit an uns herantreten.
GBT hat
außerdem bereits damit begonnen, seine Erfahrung mit anderen
Regionen zu teilen. Im Sommer 2005 organisierten GBT und lokale
Partner in Kamschatka zwei Wegebauprojekte auf der Halbinsel
Kamschatka.
GBTs Zukunftspläne:
Obwohl
über 470 km des Weges gebaut, verbessert oder wieder in Stand
gesetzt wurden, bleiben noch viele weitere Kilometer zu
bearbeiten. Aber der Traum hört hier nicht auf – GBT plant
spezielle Rollstuhl-, Fahrrad-, Pferde- und Skilanglaufwege in
das Netzwerk aufzunehmen. Die GBT Organisatoren entwickeln
vorausschauend unterschiedliche erzieherische und soziale
Projekte, unterstützt von Partnerschaften mit der Gesellschaft,
der Wirtschaft und der Verwaltung.
Solche
Projekte werden sowohl die Verbesserung einer Behinderten
gerechten städtischen Infrastruktur, inklusive Erholungsparks,
beinhalten, als auch Programme, in denen die einheimischen
Jugendlichen lernen sollen und dabei unterstützt werden eigene
Projekte zu initiieren, zu leiten und damit die Verantwortung
für sie zu übernehmen. Dabei kann es sich sowohl um Projekte zu
ökologischer Bildung in Schulen, zur Stadtverschönerung, um
Jugendarbeit, Seminare, Freiwilligenmanagement oder Fundrising
handeln. Anders ausgedrückt soll sowohl die Ausbildung zu
Projektleitern als auch zu Wanderführern begonnen werden. Des
weiteren existieren Ideen zu Zertifikationsprogrammen, in denen
Arbeits- oder Obdachlose neue oder zusätzliche Fähigkeiten
erwerben können und Programme, die sich an gefährdete
Jugendliche richten, wie z.B. an Gefängnisinsassen, Abhängige
und Teenager aus zerbrochenen oder problematischen Familien,
sowie an die Bevölkerung der ökonomisch benachteiligten,
ländlichen Gebiete. Abschließend sind die Pläne zum Aufbau von
internationalen Austauschprogrammen zu erwähnen, die sich der
ökologischen Erziehung, dem Umweltschutz und der nachhaltige
Entwicklung verpflichten.
Der
einzigartige Platz des Baikals unter den wichtigsten Ökosystemen
unseres Planeten kann nicht überbewertet werden. Seine Schönheit
ist zeitlos, sein Wert unmessbar. GBT ist nicht nur einfach ein
Weg. Es ist ein Pfad zu einer ökonomisch und umweltverträglichen
Zukunft der Region und ein starkes, gut verbundenes Netzwerk von
Menschen, die sich dem Schutz des wertvollen Ökosystems des
Baikals und seiner Erhaltung für künftige Generationen
verschrieben haben. Lasst uns zusammen diese Welt ein bisschen
verbessern!
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